Einbalsamierung

Einbalsamieren eines Leichnams lässt uns unwillkürlich an den Ägyptischen Totenkult denken.

Doch haben sich die Techniken und Ziele vollkommen gewandelt: Nicht die Erhaltung des Leichnams für die Ewigkeit soll erreicht werden. Vielmehr sollen die natürlichen körperlichen Veränderungen nach dem Tod für einen begrenzten Zeitraum unterbrochen werden.

Der Verstorbene behält sein Erscheinungsbild und man kann sich in aller Ruhe in würdigem Ambiente ohne Kühlkammern und bei Raumtemperatur verabschieden.

Hier hilft die Einbalsamierung

Hinter der Einbalsamierung steht das Ziel einer offenen Aufbahrung, die den Verstorbenen auf respektvolle und angemessene Weise zeigt: Der Leichnam soll dem lebendigen Körper ähnlich sein. Die Angehörigen können so ohne Bedenken dem Verstorbenen gegenübertreten, den Leichnam ansehen und berühren – und immer noch den Menschen erkennen, der Teil des Lebens war und ist.
Zwar wird die „Arbeit“ des Einbalsamierers nur für einen kurzen Zeitraum im Wortsinne „sichtbar“ sein. Für die Hinterbliebenen jedoch bleibt das letzte Bild des Verstorbenen immer in tröstlicher Erinnerung.
Die moderne Einbalsamierung hat drei Grundpfeiler. Abhängig von den jeweiligen Gegebenheiten ergibt sich ihr Stellenwert für den Einzelfall:
Als schnellwirkendes Verfahren bewirkt die Einbalsamierung eine innere wie äußere Desifektion des Leichnams. Krankheitserreger und Keime werden zuverlässig beseitigt. Auch bei hoch ansteckenden Erregern ist nach der Einbalsamierung ein direkter Kontakt gefahrlos möglich, gesundheitliche Bedenken können vollkommen ausgeräumt werden.

Ethische Grundsätze

Die Mitglieder des British Institute of Embalmers bekennen sich zu einem strengen Ehrenkodex: Der Kodex ist sowohl ein Versprechen und eine Verpflichtung. Bei jedem Treffen des B.I.E werden folgende „Fünf Gebote“ von den Mitgliedern gemeinsam rezitiert.

  1. Ich glaube fest an die Bedeutsamkeit des Einbalsamierens im Sinne der Gesundheit und des Schutzes für alle
.
  2. Ich werde immer und zu jeder Zeit die Würde eines toten Menschen bewahren und ihn mit dem größten Respekt behandeln
.
  3. Ich gelobe Verschwiegenheit und Vertraulichkeit mit allen die mich zu Diensten rufen.
  4. Ich strebe danach, auch die wissenschaftlichen Grundlagen des Einbalsamierens zu fördern und zu erweitern
.
  5. Ich bekenne mich zu diesen Worten und zum Kodex des B.I.E, dessen Zusammenkünfte ich mit all meinen Kräften unterstütze.