Warum Beerdigung

Wenn ein Mensch stirbt, müssen wir von ihm Abschied nehmen. Und selbst wenn ein Verstorbener keine Angehörigen hinterlässt, gebietet der Respekt unserer menschlichen Gemeinschaft, diesen Menschen würdevoll zu bestatten. Welche Gründe und Regeln es in Verbindung mit dem Tod eines Menschen gibt, beleuchten wir in unserem Beitrag genauer. Und wir klären, warum Beerdigung, besser: Bestattung notwendig ist.

Warum muss ein Verstorbener bestattet werden?

Seit jeher haben Menschen ein distanziertes, teils fast ängstliches Verhältnis zu Tod und Toten. Deshalb galt früher und über viele Jahrhunderte hinweg der Brauch, die Toten auf einem mit einer Mauer umgebenen Feld zu begraben. Dahinter sollten die Seelen der Verstorbenen eingesperrt bleiben und nicht unter den Lebenden umherwandern.

Heute haben die meisten Menschen ein eher aufgeklärteres Verhältnis zum Thema Tod. Aus diesem Grund gibt es nun auch andere Bestattungsmethoden, wie etwa eine Beisetzung in einem Bestattungswald oder zur See.

Warum Beerdigung?

Doch eines hat sich nicht geändert: Wir bestatten unsere Verstorbenen. Die Pflicht zur Bestattung geht unter anderem aus dem Bestattungsgesetz hervor, das jedes Bundesland für seine Bürger erlässt. Hier ist geregelt, wer den Verstorbenen wann bestatten muss und wo dies zulässig ist.

Bestattungen sind über die gesetzliche Pflicht hinaus aber auch ein menschliches Bedürfnis. Eine Bestattung – wie auch immer sie gestaltet sein mag – ist für die Hinterbliebenen ein wichtiger Teil der Abschiedszeremonie von einem anderen Menschen. Gleichzeitig beginnt für die Angehörigen ein neuer Abschnitt, und zwar ohne den Verstorbenen. In den Kulturen und Religionen der Welt gibt es deshalb verschiedene Traditionen und Rituale dafür, Abschied zu nehmen. 

Wer ist für die Bestattung verantwortlich?

Dem Bestattungsgesetz zufolge liegt die Verantwortung dafür, einen Verstorbenen zu bestatten, bei den nächsten Verwandten. Kann sich die Familie darüber nicht einigen, sieht das Gesetz folgende Reihenfolge vor:

  1. Ehegatte oder Lebenspartner
  2. Kinder
  3. Eltern
  4. sonstige Sorgeberechtigte
  5. Geschwister
  6. Großeltern
  7. Enkelkinder

Bestattungspflichtig sind nur Personen ab 18 Jahren. Was passiert nun mit Verstorbenen, die keine Familienangehörigen hinterlassen? In diesem Fall erfüllt die Gemeinde, in der der Tod eingetreten ist, die Bestattungspflicht. Gleiches gilt auch in der Situation, in der keiner der Familienangehörigen die Bestattung durchführen kann. Ansprüche für die Kosten der Bestattung können dem Nachlass des Verstorbenen gegenüber geltend gemacht werden. 

Wo und wann soll die Bestattung stattfinden?

Das Bestattungsgesetz von Rheinland-Pfalz beschreibt, an welchen Orten Bestattungen hierzulande möglich sind:

  • auf Gemeindefriedhöfen
  • auf kirchlichen Friedhöfen und Grabstätten in Kirchen
  • in Bestattungswäldern

Unabhängig davon, zu welcher Kategorie der gewählte Bestattungsplatz gehört, so muss die Totenruhe gewährleistet sein und darf die Allgemeinheit nicht gestört werden.

Der Körper eines Verstorbenen muss laut Bestattungsgesetz innerhalb von 36 Stunden nach Eintritt des Todes in eine Leichenhalle oder andere genehmigte Einrichtung überführt werden.
Die Erdbestattung oder Einäscherung darf in Rheinland-Pfalz frühestens 48 Stunden nach Eintritt des Todes stattfinden, spätestens jedoch zehn Tage nach dem Todestag.

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