Dauer Trauer

Dauer Trauer oder besser: „Wie lange dauert Trauer?“ werden wir immer wider gefragt.

Trauern ist eine natürliche Reaktion der Psyche auf eine schmerzvolle Erfahrung, wie beispielsweise den Verlust eines geliebten Menschen. Trauer verläuft bei jedem Menschen individuell. Sowohl im Hinblick auf die Intensität als auch die Dauer.

Immer wieder wird gefragt, wie lange das dauert Trauern. Dies lässt sich nicht pauschal beantworten. Trauern ist ein Prozess, der bei manchen Menschen nach relativ kurzer Zeit abklingt, bei anderen jedoch Monate oder auch Jahre dauern kann.

Die Verschiedenheit hängt meist von der Tiefe der Bindung zur verstorbenen Person ab und gleichermaßen von der Persönlichkeit des Trauernden selbst. Auch die Lebenssituation, in der ein Verlust stattfindet, ist relevant.

Der Prozess des Trauerns

Das Trauern findet grundsätzlich als ein Prozess statt, von dem man früher annahm, er verliefe im Sinne einer linearen Abfolge von bestimmten Phasen. Die heutige Sicht hingegen geht davon aus, dass sich Trauernde sehr unterschiedlich zwischen ihren inneren Zuständen hin und her bewegen.

Dabei geht es um die beiden zentralen Dimensionen von Verlust und Neuorientierung. Die Anerkennung des Verlustes und die Hinwendung zu einer neuen Lebensgestaltung verhalten sich dabei wie ein Pendelprozess. Dieser besteht aus Bewegungen zwischen der Trauer und dem persönlichen Umgang mit den daraus resultierenden Belastungen und Anforderungen. Die Alltagserfahrungen, die betroffene Menschen dabei machen, prägen den Prozess wesentlich.

Dauer Trauer und Annahme von Herausforderungen

Die Dauer der Trauer hängt entscheidend davon ab, in welcher Weise es den betroffenen Menschen gelingt, sich mit dem Entwicklungsprozess des Trauerns auseinanderzusetzen.

Hierbei gilt es zunächst, den jeweiligen Verlust als eine tatsächliche Realität im eigenen Leben anzuerkennen und zu akzeptieren. Im weiteren Verlauf folgt der Umgang mit den erlebten Gefühlen von Niedergeschlagenheit, Angst, Einsamkeit und tiefer Traurigkeit.

Dieses Erleben nicht wegzudrängen macht einen großen Teil der Bewältigung aus. Eine weitere Aufgabe des Trauerns besteht in der Suche nach neuen Herausforderungen und Aufgaben, die ohne den verlorenen Menschen möglich sind und dem eigenen Leben einen Sinn geben.

Als bewältigt gilt die Trauer, wenn der Verlust einen festen Platz in der persönlichen Geschichte findet ohne Beeinträchtigung neuer Möglichkeiten. Hier gilt es die Waage zu halten zwischen einer Verbindung zum Verlust und der Hinwendung zu einem neuen Lebensabschnitt.

Trauer und Überforderung

Nicht immer verläuft ein Trauerprozess reibungslos und die Dauer der Trauer übersteigt die persönlichen Kräfte. Auch wenn es keinen einheitlichen zeitlichen Rahmen gibt, der ein Ende des Trauerns definiert, kann eine sehr lang andauernde tiefe Traurigkeit dennoch ein gesundes Maß übersteigen.

Das Trauern selbst ist keine Krankheit, sondern eine notwendige und wichtige Reaktion auf einen Verlust. Wird jedoch die Auseinandersetzung mit dem Verlust und der Traurigkeit vermieden, kann sich dieses Vermeiden auf die Bewältigung negativ auswirken, beispielsweise in Form einer Depression oder einer Angsterkrankung.

Hier ist es gegebenenfalls hilfreich, Unterstützung in Anspruch zu nehmen, um sich irgendwann wieder dem Leben und seinen Herausforderungen zuwenden zu können. Grundsätzlich jedoch gilt, dass das Zeitnehmen für Schmerz und Trauer legitim und wichtig sind und auch längere Zeit in Anspruch nehmen können und dürfen.

Dauer Trauer

Wie lange Trauer dauert haben wir auch unseren Chef Ronald de Schutter gefragt. Und das hat er so beantwortet:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ihre Daten werden gemäß unserer Datenschutzerklärung erhoben und verarbeitet.