Kondolenz früher und heute

Zuletzt aktualisiert am 19. November 2019 um 10:43

Einem Menschen zur Trauer im Todesfall zu kondolieren ist ein alter Brauch und ein Bedürfnis, was man in sich trägt.

Man wurde vielfach früher davon informiert durch Sprachkanäle. Man hat es verbal kommuniziert: Du, der und der ist gestorben. In den kleinen Dörfern hing man Zettel aus, es ging von Haus zu Haus, die Totenglocke läutete. Jeder bekommt das mit.

Später in den Städten wurde das ersetzt durch eine Annonce in der Tageszeitung, sodass man dann schriftlich informiert wurde. Und dann auch schriftlich kondolierte.

Heutzutage – die Presse merkt es – sind es häufig die jungen Menschen nicht mehr, die die Tageszeitung abonnieren und täglich lesen.

Man hat heute auch Online-Varianten. Die Geschwindigkeit ist der Vorteil. Es steht – kaum ist jemand gestorben – in sozialen Netzwerken zu lesen.

Es gibt nur dann das Bedürfnis: Wie antwortet man darauf? Und man formuliert häufig keinen längeren Trauerbrief, Kondolenzbrief mehr aus, sondern hat heute Varianten.

Dass man durch Mausklicks vielleicht eine Kerze entzündet auf dem Bildschirm, was der Angehörige erfährt und sehen kann. Und man liest: Schau mal, der und der Name, diese Menschen haben zur Kenntnis genommen, dass jemand gestorben ist, und drücken auf diese Art und Weise vielleicht mit wenigen Sätzen, mit wenigen Worten oder nur mit einer einfachen Kerze mir ihr Beileid aus.