Kondolenz früher und heute

Über „Kondolenz früher und heute“ haben wir bereits einen Beitrag in unserem YouTube-Kanal veröffentlicht (siehe auch am Ende dieses Beitrags).

Aber fangen wir erst einmal ganz vorne an.…
Denn: Überall wo Menschen leben, da ist auch der Tod zu Gast. Wie die Gesellschaft mit der traurigen Botschaft umgeht, hat sich in den letzten Jahrhunderten stark verändert. So wurde in Städten anders als in Dörfern getrauert. Doch wie hat sich all das eigentlich bis in die heutige Zeit hinein entwickelt?

Aus der Mitte der Gemeinschaft

Gerade in den Dörfern ließ es sich oftmals nicht verbergen, wenn eine Person gestorben war. In der Regel handelte es sich dabei immerhin um Menschen, die hier jahre- oder sogar jahrzehntelang lebten und arbeiten. Deren Gesicht bekannt war und die zum festen Teil der Gesellschaft gehörten.

Krankheiten und persönliche Schicksalsschläge verbreiteten sich daher vielfach in Windeseile unter den Bewohnern des Dorfes. Entsprechend groß fiel der Andrang beim Kondolieren aus: Trauerbotschaften wurden den Hinterbliebenen mündlich oder schriftlich übermittelt.

Und natürlich gehörte es zu den Selbstverständlichkeiten, auch persönlich auf der Trauerfeier des Verstorbenen zu erscheinen.

Kondolenz in Wort – und Tat

Doch es waren nicht alleine die Grüße und Schreiben selbst, mit denen die Gemeinschaft ihre Trauer ausdrückte. Vielmehr schien das öffentliche Leben vielleicht nicht zu ruhen – dennoch gestaltete es sich in den Tagen nach dem Tod einer Person doch anders.

Heiterkeit und Frohsinn blieben aus. Wer den Verstorbenen kannte, trauerte persönlich. Feste wurden verschoben, die Geselligkeit der Gemeinschaft schien plötzlich nicht mehr zu existieren: Die Bewohner des Dorfes zogen sich in ihre Häuser zurück – auch für sie war der Tod eines Menschen aus ihrer Mitte ein schwerer Schicksalsschlag, den es nun zu verdauen galt.

Die Anonymität der Stadt

Anders gestaltete sich die Kondolenz in den Städten. Die enge Gemeinschaft des Dorfes fehlte hier weitgehend. Dennoch konnten die Bewohner eines Hauses, einer Straße oder eines Stadtviertels durchaus ein freundschaftliches, wenn nicht sogar familiäres Bündnis aufbauen.

Natürlich blieb es auch in solchen Fällen nicht aus, dass sich die Botschaft vom Tode einer Person sehr schnell verbreitete. Von Haus zu Haus und damit von Ohr zu Ohr wurde die traurige Nachricht übermittelt. Zumal es in den früheren Zeiten noch üblich war, dass die Kirchen die weithin hörbare Totenglocke läuteten, wenn sie vom Ableben eines Gemeindemitgliedes erfuhren.

Kondolenz in den Zeiten aufkommender Medien

Vieles an der Art und Weise, wie Hinterbliebene mit dem Tod einer geliebten Person umgehen, hat sich in den letzten Jahrzehnten spürbar verändert. Nicht zuletzt spielte dabei der technische Fortschritt eine wichtige Rolle.

Insbesondere die Trauerannoncen in den Zeitungen verzeichneten einen regen Zuwachs – immerhin ließ sich damit schnell, unkompliziert und preisgünstig die traurige Botschaft verkünden. Die engsten Verwandten erhielten daraufhin von zahlreichen Freunden, Bekannten und Kollegen des Verstorbenen eigens verfasste Kondolenzschreiben. Auch dabei handelt es sich um eine effiziente Methode, Trost und Zuversicht zu spenden – zugleich den Betroffenen aber genügend Ruhe zur Trauer zu belassen.

Die Digitalität setzt sich durch

Aber bereits das Schalten einer Traueranzeige in der Zeitung wirkt zunehmend unmodern – obwohl dieser Brauch immer noch gerne genutzt wird.

Nach wie vor sind Trauerdrucksachen (Trauerkarten und Trauerbriefe) probates Mittel, eine eindeutig beschreibbare Zielgruppe zu erreichen.

Doch über das Internet lässt sich deutlich schneller und besser (und billiger) eine große Zielgruppe erreichen.

Die sozialen Plattformen als gut funktionierende Nachrichtenkanäle haben sich zur Verbreitung auch trauriger Botschaften längst etabliert. Zumal hier den Bekannten des Verstorbenen direkt die Möglichkeit gegeben wird, online zu kondolieren und eine Kerze zu entzünden und so der Trauer einen persönlichen Ausdruck zu verleihen.

Die Beliebtheit unserer Gedenkseiten wächst zunehmend. Sie sind dem Andenken eines verblichenen Menschen gewidmet und werden mit Fotos, Texten oder Musik gefüllt.

Kondolenzen früher und heute

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