Trauerredner: Die richtigen Worte zum Abschied wählen

Zuletzt aktualisiert am 12. Dezember 2018 um 9:53

In den meisten seiner Fälle bleiben Ronald de Schutter nur wenige Minuten, um das ganze Leben eines Verstorbenen in Worte zu fassen. Als Bestatter und professioneller Trauerredner ist er dafür verantwortlich, was den meisten Menschen schwerfällt: Er muss in angemessene Worte fassen, was zum Abschied eines Menschen dazu gehört. Besonders schwierig ist dies, wenn Angehörige und Freunde fehlen. Meist können sie Angaben zu der Person machen, einer Person, die Ronald de Schutter persönlich nie in seinem Leben getroffen hat. Er muss dann herausfinden, was für eine Persönlichkeit der Verstorbene war, welche Wege sein Leben bestimmt haben, welche besonderen Eigenschaften ihm zu eigen waren. Was haben die Angehörigen an ihm geschätzt? Gibt es Anekdoten, die im angemessenen Rahmen die Trauerrede etwas in ihrer Schwere mildern, aber dennoch pietätvoll in den Rahmen passen?

Vorbesprechung mit den Hinterbliebenen

Ronald de Schutter ist ein erfahrener Trauerredner

Ronald de Schutter ist ein erfahrener Trauerredner

Wenn Angehörige vorhanden sind, ist es für Ronald de Schutter einfacher mit der Vorbereitung seiner Trauerrede. Auch kann er sich einen besseren Überblick über die geplante Bestattungszeremonie verschaffen. Als erfahrener Bestatter und Redner kann er dies zu einer würdevollen Feier zusammenführen. Den Inhalt der Rede selbst recherchiert Ronald de Schutter gewissenhaft. Neben der Grundstruktur sind möglichst viele Angaben über den Verstorbenen wichtig. Quasi Eckpunkte des Lebenswegs, mögliche Begebenheiten, die auch in tiefer Trauer zum Schmunzeln anregen können, und persönliche Charaktereigenschaften des Verblichenen.

Hieraus muss Ronald de Schutter mit dem nötigen Respekt und viel Fingerspitzengefühl seine Grabrede konstruieren. Mehr noch: Die Worte sollen auch den Angehörigen und Freunden Trost spenden, ein positives Bild des Toten hinterlassen. So ist jeder Trauerfall eine neue Herausforderung mit anderen Kriterien.

Die Erinnerung – und die Realität

Ronald de Schutter kommt als Bestatter und Trauerredner eine hohe Verantwortung zu. Er arbeitet in einem Bereich, der zu den Extremsituationen für die Menschen zählt. Der Umgang mit dem Tod eines Angehörigen ist oftmals auch ein traumatisches Erlebnis für viele Menschen. Hier muss der erfahrene Fachmann das Maß zwischen Würde und Leichtigkeit genau abwägen. „Lustige Begebenheiten oder kleine Anekdoten aus dem Leben des Verstorbenen eigenen sich immer gut, um die Abschiedsrede nicht allzu schwer und zu düster zu gestalten. An schöne Momente im Leben erinnert sich jeder Mensch gerne.“

Auch hier liegt die Schwierigkeit im Beruf eines Bestatters: Für Bestattungen gibt es keine Generalprobe. Auch weiß de Schutter im Vorfeld nie, ob seine geplante Trauerrede bei den Hinterbliebenen so ankommt, wie er es sich gedacht hat. Absprechen will Ronald de Schutter seine Reden aber trotzdem nicht. „Das hätte etwas von konstruiert und „geprobt“, das halte ich nicht für sinnvoll.“

Positive Aspekte seiner Arbeit als Trauerredner überwiegen

Geduld, Souveränität, Fingerspitzengefühl, Zuverlässigkeit und ein hohes Maß an Pietät – all dies sind Eigenschaften, die unabdingbar zu einem professionellen Bestatter und Trauerredner gehören. Ebenso wie Empathie und Menschenkenntnis. Bei einem Todesfall gelten die Regeln der Vernunft nur eingeschränkt. Bei einem Todesfall arbeitet man mit Menschen, die sich in einer Ausnahmesituation befinden.

Trotzdem überwiegen für Ronald de Schutter die positiven Aspekte seiner Arbeit. „Wenn ich mit der Zeremonie eine würdevolle Feier gestalten und mit meinen Worten den Angehörigen Trost spenden kann, dann habe ich das Gefühl, etwas sehr Wichtiges, etwas sehr Würdevolles getan zu haben.“